Aktuell sieht man es in gelber Pracht an nahezu jedem Seitenstreifen der Autobahn wachsen: das Jakobskreuzkraut. Was so ganz nett aussieht, ist aber äußerst giftig für unsere Pferde. Und wächst das Jakobskreuzkraut auf der Koppel, sollte man dringend Maßnahmen ergreifen. Denn neben einer sofortigen Vergiftung mit Todesfolge kann auch eine fortlaufende Aufnahme geringer Mengen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schädigungen bis hin zum Tod führen.

Fühlt sich wohl auf Pferdeweiden: Das Jakobskreuzkraut

In den letzten Jahren hat sich das Jakobskreuzkraut, auch Johanniskraut oder Rainfarn genannt, auf Deutschlands Flächen stark ausgebreitet. Besonders auf intensiv genutzten Flächen wie eben Pferdeweiden siedelt sich das gelbe Kraut gerne an. Eine für Pferde nicht ungefährliche Tatsache, denn die Pflanze ist in allen Teilen höchst giftig! „Meine Pferde fressen das nicht“, hört man zwar immer wieder, aber leider kann man davon nicht ausgehen. Da das Jakobskreuzkraut über einen hohen Anteil an Bitterstoffen verfügt, meiden ältere, erfahrene Pferde die giftige Pflanze manchmal. Bei Jungen Pferden ist dieses „Selektionsverhalten“ allerdings oftmals noch nicht so ausgeprägt. Und stehen die Pferde hungrig auf Weiden mit mangelndem Bewuchs, gehen sie ohnehin alle irgendwann an das Kraut.

Achtung bei der Gewinnung von Heu und Silage:

Doch nicht nur die frischen Jakobskreuzkraut-Pflanzen sind giftig. Auch getrocknet in Heu und Silage können sie den Pferden schaden. Besonders gefährlich ist, dass die warnenden Bitterstoffe durch die Trocknung verloren gehen. Das heißt, dass die Tiere bei der Stallfütterung die giftigen Pflanzen eher mit aufnehmen als auf der Weide. Deshalb sollten die Flächen, die zur Futtergewinnung dienen, vor der Mahd entsprechend kontrolliert werden und im Zweifelsfall sollte lieber auf die Futtergewinnung verzichtet werden.

Merkmale einer Jakobskreuzkraut-Vergiftung

Ob ein Pferd Jakobskreuzkraut gefressen hat, macht sich an folgenden Symptomen bemerkbar:

Jakobskreuzkraut

Hoch giftig für Pferde: das Jakobskreuzkraut.

  • nachlassende Kondition
  • Gähnen
  • Futterverweigerung
  • Koliken
  • blutiger Durchfall
  • Verstopfungen
  • Desorientiertheit
  • Lecksucht
  • gelbe Bindehäute
  • Blindheit
  • Leberversagen

Leider führt das Fressen dieser Giftpflanzen auch immer wieder zum Tod. Und das, obwohl man die Giftpflanze durch ein akribisches Weidemanagement auf den eigenen Koppeln ausmerzen könnte.

Generell gilt: Wächst auf einer Weide Jakobskreuzkraut (wenn auch nur wenig), darf sie nicht mehr als Koppel oder zu Futtergewinnung genutzt werden. Wichtig zu wissen: Die Pflanze kann sehr viele Samen bilden, die über weite Strecken in der Luft befördert werden können. Also sollten derartige Pflanzen auch an Weg- und Weidenrändern unbedingt beseitigt werden. Eine chemische Bekämpfung ist nur begrenzt möglich. Gegebenenfalls kann man auch eine Einzelpflanzenbekämpfung mit der Rückenspritze durchführen oder die Pflanzen herausreißen und verbrennen. Nach einer Behandlung sollte die Wiese in jedem Fall gemäht und das Mähgut vernichtet werden. Je nach Pflanzengift dürfen die Pferde erst nach der angegebenen Frist wieder auf die Weide gehen.

Rechtzeitig zurückdrängen!

Die oben genannten Fakten zeigen, wie wichtig es ist, auch nur einzelne Pflanzen früh zu entfernen. Folgende Maßnahmen helfen, das Jakobskreuzkraut zurückzudrängen:

– Für eine dichte Grasnarbe sorgen: Lücken mit konkurrenzstarken Grassorten (z.B. Weidelgräser) schließen.

– Entfernung per Hand: Besonders gut gelingt dies im ersten Jahr. Rosetten lassen sich relativ leicht mit der Wurzel herausreißen.

– Frühe Grünlandnutzung: Reduziert die Ausbreitung der Samen.

– Kompromiss: So spät schneiden, dass die Pflanze geschwächt ist, aber noch nicht ausgesamt hat.

– Nicht zu viele Pferde: Keine zu hohe Besatzdichte auf den Pferdeweiden. Rechtzeitiger Wechsel der Koppeln.

– Düngung: Fördert das Wachstum konkurrenzstarker Gräser.

– Chemische Bekämpfung: Notwendig, wenn das Jakobskreuzkraut überhandgenommen hat. Die nächste Landwirtschaftskammer hilft gerne weiter.

– Entsorgung: Ausgerupfte Pflanzen nicht einfach auf den Mist werfen! Empfehlenswert ist eine Entsorgung über Verbrennungs- oder Biogasanlagen, so verlieren die Samen an Keimfähigkeit.

Auf unserer Homepage haben wie uns mit dem Thema Giftpflanzen ebenfalls auseinander gesetzt. Bei Fragen speziell zum Jakobskreuzkraut dürfen Sie sich natürlich gerne an uns wenden, aber auch der Arbeitskreis Kreuzkraut e. V. hat viele wichtige Informationen für Sie gesammelt.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert