Eine Hufgelenksentzündung beim Pferd – auch Podarthritis genannt – zählt zu den häufigsten Ursachen für Lahmheit, insbesondere an den Vorderbeinen. Die Erkrankung kann infektiöser oder nicht-infektiöser Natur sein und bleibt häufig lange unentdeckt, da die Symptome anfangs unspezifisch sind. Ein ungleichmäßiges Gangbild oder ein verringertes Vorwärtsgehen ohne äußerlich erkennbare Verletzungen sind erste Hinweise.

Ursachen der Hufgelenksentzündung

Nicht-infektiöse Ursachen

  • Mechanische Überlastung, Fehlstellungen oder Traumata
  • Unpassender Hufbeschlag oder harte Böden
  • Fehlbelastung durch falsches Reiten
  • Verletzungen wie das Hängenbleiben an Hindernissen

Diese Belastungen können Knorpel, Gelenkkapsel oder Bänder dauerhaft schädigen. Es drohen degenerative Veränderungen wie Arthrose oder Verknöcherungen.

Infektiöse Ursachen

  • Bakterielle Infektionen durch Nageltritt, Injektionen oder entzündete Nachbarstrukturen (z. B. Fesselbeugesehnenscheide)
  • Infektionen über den Blutweg, z. B. bei Fohlen

Diese Form ist seltener, aber besonders gefährlich, da sie unbehandelt zur Zerstörung des Gelenkknorpels führen kann.

Symptome einer Hufgelenksentzündung

Infektiöse Form:

  • Akute bis hochgradige Lahmheit
  • Fieber
  • Warmer, geschwollener Huf (v. a. Kronsaum, Fessel)

Akute nicht-infektiöse Form:

  • Starke Lahmheit
  • Entlastung des betroffenen Hufs im Stand

Schleichende, nicht-infektiöse Form:

  • Gering- bis mittelgradige Lahmheit (v. a. in Wendungen sichtbar)
  • Empfindlichkeit bei Biegungen

Diagnose: So erkennt der Tierarzt eine Hufgelenksentzündung

  1. Analyse des Gangbilds
  2. Beugeproben und Leitungsanästhesie
  3. Bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall, ggf. CT oder MRT)
  4. Gelenkspunktion zur Analyse der Gelenkflüssigkeit und bakteriellen Untersuchung

Behandlung der Hufgelenksentzündung beim Pferd

Infektiöse Form:

  • Chirurgische Gelenkspülung
  • Antibiotikatherapie systemisch und lokal

Nicht-infektiöse Form:

  • Ruhigstellung, Kühlung & entzündungshemmende Medikamente
  • Injektion von Hyaluronsäure und Entzündungshemmern ins Gelenk

Regenerative Therapien:

  • IRAP, Stammzellen, Polyacrylamid-Gel
  • Ziel: Schutz und Regeneration des Gelenkknorpels

Ergänzende Fütterung:

  • Grünlippmuschel, Glucosamin, Chondroitin
  • Teufelskralle und Ingwer zur Unterstützung der natürlichen Entzündungshemmung

Orthopädischer Hufbeschlag – wichtiger Baustein der Therapie

Ein korrekt angepasster, orthopädischer Hufbeschlag entlastet das Hufgelenk, verbessert die Bewegungsmechanik und beugt Rückfällen vor.

Prognose & Vorbeugung

Wird die Hufgelenksentzündung frühzeitig erkannt, ist die Prognose in der Regel gut. Auch chronische Verläufe lassen sich stabilisieren. Wichtig ist ein langsamer Trainingsaufbau, regelmäßige tierärztliche Kontrollen und ein individuell angepasster Hufbeschlag.

🐴 Fazit: Schnelles Handeln ist entscheidend

Eine rechtzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sichern die Beweglichkeit und Lebensqualität Ihres Pferdes. Achten Sie auf kleinste Anzeichen von Lahmheit – Ihr Pferd wird es Ihnen danken.

👉 Weitere Tipps rund um Lahmheiten & Gelenkgesundheit finden Sie in unserem http://www.masterhorse.de/