Hirschlausfliegen beim Pferd – unangenehme Herbstplage erkennen und richtig handeln
Mit dem Spätsommer und Herbst kehren sie zurück: Hirschlausfliegen (Lipoptena cervi). Sie sind besonders in waldreichen Gegenden aktiv und sorgen bei Pferden für Stress, denn ihre Stiche sind schmerzhaft, und dadurch oft auch für große Unruhe auf der Koppel oder beim Ausritt.
Was sind Hirschlausfliegen?
Die Hirschlausfliege ist ein flacher, etwa 5-6 mm großer Parasit, dessen ursprüngliche Wirte Waldtiere wie Hirsche, Dachse und Wildschweine sind. Sie fliegt aktiv ihren Wirt an und das auf besonders bizarre Weise: Nach der Landung wirft sie ihre Flügel ab, sticht mit einem Rüssel zu und beginnt sofort, Blut zu saugen.
Warum sind sie ein Problem für Pferde?
Die Stiche sind extrem schmerzhaft und treffen vor allem empfindliche, dünnhäutige Stellen wie:
- Schlauch
- Euter
- Schenkelinnenseiten
Betroffene Pferde zeigen häufig heftige Reaktionen wie:
- Plötzliche Nervosität
- Ausschlagen
- Panik oder Fluchtverhalten
Schutz und Behandlung
Einmal auf dem Tier gelandet lässt sich die Hirschlausfliege nur schwer wieder entfernen. Daher ist schnelles Handeln gefragt:
- Entfernung und Reinigung
→ Waschlotion gegen Ektoparasiten eignen sich hervorragend.
→ Eine entsprechende Lösung mit Wasser ansetzen und die betroffenen Stellen intensiv mit Schwamm oder Bürste behandeln.
- Vorbeugung
→ Melkfett oder ähnliche fetthaltige Produkte erschweren das Festbeißen.
→ Ein gutes Fliegenspray unterstützt zusätzlich den Schutz – besonders vor Ausritten im Wald.
Und die Larven?
Ein kleiner Lichtblick: Die Larven fallen zu Boden und verpuppen sich dort. Erst im nächsten Spätsommer oder Herbst schlüpfen aus den Puppen die erwachsenen Hirschlausfliegen, die auf die Suche nach einem neuen Wirt gehen, z.B. unsere Pferde oder auch Hunde.

