
In fast jedem Stall gibt es jemanden, der auf sogenannte “Hausmittelchen” schwört – und verblüffend oft funktionieren die kleinen Tricks. “Früher gab es ja keine anderen Möglichkeiten”, so hört man dann oft im Gespräch. Stimmt! Deshalb haben wir hier ein paar der “Stallmeister-Kniffe” von früher gesammelt, die wir in jedem Fall auch empfehlen können:
Quark für die Sehnen
Egal ob Sehnenschäden oder beanspruchte Sehnen nach anstrengenden Trainingseinheiten oder langen Ausritten – eine Quarkpackung wirkt kühlend und erfrischend. Dazu muss der Quark einfach auf das Bein / die Beine aufgetragen und sobald er trocknet wieder abgewaschen werden. Stallmeister-Insider: Dasselbe kann man übrigens auch auf die beanspruchte Sattellage geben.
Lahmheits-Diagnostik
Wer kennt es nicht? Wir sehen / fühlen deutlich, dass ein Pferd nicht „rund läuft“ – welches Bein aber nun genau die Schmerzen bereitet, erkennen wir aber nicht unbedingt. Hier haben schon die Stallmeister gelehrt: Lahmt ein Pferd auf hartem Boden, fällt ihm das Stützen des Körpers schwer und verursacht Schmerzen, ein deutliches Nicken ist zu erkennen. Oft sind dann die Hufe betroffen. Zeigt sich die Lahmheit auf weichem Boden stärker, liegt die Ursache meist an Muskeln oder Sehnen.
Was tun bei Stichen an Euter und Schlauch?
Mückenstiche im Schlauchbereich oder am Euter sind im Sommer leider keine Seltenheit. Die Folge ist oft, dass sich die Tiere versuchen zu scheuern oder selbst zu beißen. Linderung kann eine Mischung aus Arnika und Essigwasser verschaffen, mit der die betroffenen Bereiche gewaschen werden. Anschließend – so empfehlen es die alten Stallmeister – soll das ganze dick mit Melkfett eingeschmiert werden. Bei akuten Stichen (auch von Bienen oder Wespen) raten sie zu Zwiebel- oder Spitzwegerichsaft. Damit hält sich der Juckreiz in Grenzen.
Jogurt für den Darm
Bei Darmproblemen empfehlen wir heute Futtermittel, die Prä- und Probiotika. Denselben Effekt erzielten die Stallmeister vor vielen Jahren schon mit Buttermilch oder Jogurt. Damit fütterten sie Pferde, die Probleme mit der Darmflora zeigten oder sogar unter Durchfällen und Koliken litten. Einem Großpferd mischten sie drei Liter Buttermilch oder zwei Becher Jogurt am Tag ins Futter.
Heu wässern
Wer das Heu für seinen Allergiker vor dem Füttern in einen Wasserbottich taucht, kann folgenden Stallmeister-Tipp umsetzen: Er empfiehlt, dem Wasser Koch- oder Viehsalz zuzusetzen. Das verbessert zum einen den Geschmack, zum anderen aber auch die Bekömmlichkeit des Heus. Ein weiterer Vorteil: Das Wasser kippt mit dem Salz nicht so schnell um und kann damit öfter verwendet werden.
Tipp für Schnell-Fresser
Wenn Pferde ihr Kraftfutter zu schnell in sich hineinschlingen, hatte der Stallmeister folgenden Trick parat: Einfach zwei oder drei große Steine in den Trog legen – diese muss das Pferd hin- und herschieben, um an sein Futter zu kommen und frisst dadurch deutlich langsamer.



Bei Muskel und Gelenkproblemen schwöre ich auf Heilerde.
Mit etwas Wasser anrühren und dick auf die entsprechende Stelle streichen.