Die Tage werden länger, die Weiden gedüngt und die Koppelsaison naht in großen Schritten! Doch: Der Übergang von der reinen Stallhaltung und Heufütterung zur Weidesaison mit saftigem Gras ist aus ernährungsphysiologischer Sicht eine kritische Zeit. Denn diese komplett andere „Fütterung“ stellt eine Umstellung für den gesamten Organismus unserer Pferde dar. Hier ist demnach ein ausgeklügeltes Anweide-Management gefragt. Denn nur so gewöhnt sich der Körper des Pferdes langsam an das neue Futter; Durchfall oder gar eine Hufrehe können hierdurch vermieden werden.

Blähbauch

Das Anweiden sollte Schritt für Schritt erfolgen.

Angrasen: Wann fängt man damit an?

Damit die Darmflora genügend Zeit hat sich an das neue Futterangebot anzupassen, muss die Umstellung langsam erfolgen. 15 bis 20 Minuten genügen am ersten Tag. Zudem empfehlen wir, die ersten Besuche im Grünen auf den Nachmittag zu verlegen, denn dann ist der Fruktangehalt in den Gräsern geringer als in den Morgenstunden. In den ersten beiden Wochen des Anweidens im Frühjahr, kann man die Weidezeit jeden Tag kontinuierlich um bis zu 15 Minuten verlängern. Dann sind auch kurze Phasen am Vormittag möglich. Der Organismus braucht etwa vier Wochen für die Umstellung, danach können die Pferde problemlos über mehrere Stunden auf die Koppel.

Wie kann ich die Umstellung futtertechnisch unterstützen?

Um Darmprobleme wie Durchfall oder Koliken während des Anweidens zu vermeiden, empfehlen wir, die Pferde vor dem Weidegang ausreichend Heu fressen zu lassen. Das stillt den ersten Hunger und vermeidet, dass die Tiere zu gierig fressen. Das Kraftfutter dagegen sollte nicht unmittelbar vor dem Ausflug in Gras gefüttert werden. Nach dem Koppelgang sollte zunächst das Heu und anschließend das Kraftfutter angeboten werden.

Wie hoch ist die Gefahr von Hufrehe beim Anweiden?

Schlüsselwort: Fruktane! Pflanzen speichern die Energie, die sie bei der Photosynthese gewinnen, in Form von Fruktanen. Das Problem an den Fruktanen besteht darin, dass sie den Dünndarm des Pferdes unverdaut passieren und dann im Dickdarm fermentiert werden. Das wiederum hat zur Folge, dass der pH-Wert dort drastisch sinkt, was zu einem Absterben der Darmbakterien führt, wodurch Toxine (Gifte) gebildet werden, die über die Darmwand in die Blutbahn gelangen und die Gefäße schädigen. Das gefährdet vor allem die Körperregionen, in denen sich die feinsten Blutgefäße befinden, wie beispielsweise in der Huflederhaut. Diese sensible Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel wird angegriffen und es kommt zur gefürchteten Hufrehe. Da im Frühjahr das Gras sehr fruktanreich ist, darf die Hufrehe hier nicht in Vergessenheit geraten! Bei anfälligen Pferden haben sich spezielle Futtermittel wie z.B. das EQUIPUR laminal oder leberstärkende Kräutermischungen wie z.B. MASTERHORSE HEPADURE während des Anweidens bewährt.

Leidet das Pferd während des Anweidens unter Durchfall oder hat es eine sensible Verdauung, so helfen spezielle Ergänzungsfuttermittel wie z.B. MASTERHORSE DARM-PERFEKT die Verdauungsvorgänge zu stabilisieren. Pferde mit Stoffwechselerkrankungen oder Neigung zu Hufrehe müssen sehr vorsichtig angeweidet werden.

Viele weitere Informationen zum Thema Anweiden finden Sie in unserem zugehörigen Expertentipp – und selbstverständlich beraten wir Sie auch rund um dieses Thema gerne persönlich.

 

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