Natürlich und effektiv: Was ist PEA und wie wirkt es im Körper?
Palmitoylethanolamid (kurz: PEA) ist eine körpereigene Substanz, die in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit in der Gesundheits- und Schmerzforschung erhalten hat.
Was ist PEA überhaupt?
PEA gehört zur Familie der Fettsäureamide, die im Körper produziert werden, wenn Gewebe gereizt oder geschädigt wird – z. B. bei Entzündungen, Schmerzen oder Stress. Auch in bestimmten Lebensmitteln wie Eigelb, Erdnüssen und Soja findet man PEA in kleinen Mengen.
Seit seiner Entdeckung in den 1950er-Jahren wurde PEA intensiv erforscht. Heute weiß man, dass diese Substanz besonders effektiv bei der Regulierung überaktiver Entzündungsprozesse und chronischer Schmerzen sein kann – und das ganz ohne die Nebenwirkungen klassischer Schmerzmittel.
Wie wirkt PEA?
Die Wirkung von PEA lässt sich in drei Hauptbereiche einteilen:
Zellschutz
PEA schützt Zellen und Gewebe vor Schäden, die durch Entzündungen, Sauerstoffmangel oder andere Stressfaktoren entstehen. Es hilft, die körpereigenen Reparaturmechanismen zu aktivieren und trägt zur Regeneration bei.
Entzündungshemmung
Bei Entzündungen hemmt PEA die Aktivierung von bestimmten Zellen, die eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen spielen. PEA hilft dabei, diese Zellen wieder zu beruhigen und die Entzündungsreaktion zu regulieren.
Schmerzlinderung
PEA wirkt indirekt auf das sogenannte Endocannabinoid-System, das im Körper eine zentrale Rolle bei der Schmerzverarbeitung spielt – ähnlich wie CBD, auch ohne psychoaktive Wirkung. Außerdem aktiviert PEA einen speziellen Rezeptor, so dass die Ausschüttung von entzündungsfördernden Substanzen gehemmt wird.
Warum PEA ergänzen?
In einem gesunden Körper reicht die körpereigene Produktion von PEA meist aus. Bei chronischem Stress, wiederkehrenden Entzündungen oder anhaltenden Schmerzen kann diese natürliche Produktion jedoch erschöpft sein – und deswegen macht es Sinn, PEA zu ergänzen. So erhält der Körper gezielt die Substanz, die er zur Beruhigung des Immunsystems und zur Schmerzlinderung braucht.
Italienische Fallstudie zeigt Erfolge mit PEA bei Pferden
Es gibt eine italienische Fallstudie, in der die Wirkung von ultramikronisiertem Palmitoylethanolamid bei Pferden mit Gelenkerkrankungen untersucht wurde. Die Studie wurde 2020 veröffentlicht und stellt die erste dokumentierte Anwendung von PEA-um bei Pferden dar.
Überblick über die Studie
In der Studie wurden vier Springpferde mit therapieresistenter Lahmheit untersucht, die zuvor aufgrund von Gelenkerkrankungen wie dem Hufrollensyndrom und Arthrose aus dem Wettkampfsport zurückgezogen wurden. Die Pferde erhielten täglich 2,5 g PEA, das ihrer normalen Futterration beigemischt wurde. Die Behandlung erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Monaten.
Ergebnisse
Nach vier Monaten PEA-um-Supplementierung zeigten alle vier Pferde eine vollständige Remission der Lahmheit. Sie konnten wieder ins Training und in den Wettkampfsport zurückkehren, ohne dass es zu einem Wiederauftreten der Symptome kam. Die Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine kleine Fallstudie handelt und weitere kontrollierte Studien mit größeren Stichproben erforderlich sind, um die Wirksamkeit von PEA-um bei Pferden mit Gelenkerkrankungen zu bestätigen.
Fazit
Diese vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass PEA-um ein vielversprechender Ansatz zur Unterstützung bei Gelenkerkrankungen und Lahmheit bei Pferden sein könnte. Die Studie legt nahe, dass PEA-um als ergänzende Therapie in Betracht gezogen werden kann, insbesondere in Fällen, in denen herkömmliche Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Für weitere Informationen können Sie die vollständige Studie hier einsehen: (Oral Supplementation with Ultramicronized Palmitoylethanolamide for Joint Disease and Lameness Management in Four Jumping Horses: A Case Report)
PEA für Pferde
Palmitoylethanolamid (PEA) wird zunehmend auch von Tierärztinnen und Tierärzten zur unterstützenden Behandlung bei Pferden mit Arthrose oder chronischen Schmerzen empfohlen. In der oben genannten italienischen Studie wurde eine Dosierung von 2,5 g PEA bei relativ leichten Warmblütern eingesetzt. Praxiserfahrungen zeigen jedoch, dass Pferde mit einem Körpergewicht von etwa 600 kg (typisch für Warmblüter) in der Regel besser auf eine Dosierung von etwa 5 g ansprechen. Bei Bedarf kann die Dosis langsam auf bis zu 10 g pro Tag erhöht werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass PEA nicht sofort wirkt. Sowohl bei Tieren als auch beim Menschen kann es mehrere Wochen dauern, bis die volle Wirkung einsetzt – bei Menschen wird oft ein Zeitraum von bis zu 60 Tagen berichtet.

