In der nass-kalten Jahreszeit haben Haarlinge Hochkonjunktur. Die ca. 1,8 mm großen Biester nisten sich im Fell des Pferdes ein und ernähren sich dort von Hautschuppen und Haaren. Die Folge: Nach kurzer Zeit sieht das Fell löchrig und wie von Motten zerfressen aus. Des Weiteren beginnt sich das Pferd zu kratzen. Der Juckreiz wird ausgelöst durch das Krabbeln der Haarlinge im Fell und das Nagen an der Haut, aber auch der Speichel der so genannten Kieferläuse kann die Reaktion auslösen.
Besonders leicht verbreiten sich Haarlinge während der Stallperiode. Hier sind viele Pferde auf einem Fleck, zudem herrschen im Stall häufig optimale Bedingungen für sie. Sie mögen es gerne dunkel, warm und feucht. Als erstes betroffen sind meist junge, alte und kranke Pferde. Also Tiere mit einem schwachen Immunsystem. Meist werden Haarlinge durch neue Pferde im Stall eingeschleppt. Aber auch Pferde, die auf einem Turnier oder Lehrgang waren, können die Parasiten von auswärts mitbringen. Übertragen werden Haarlingen über den direkten Kontakt von Pferd zu Pferd. Sie können auch auf indirektem Wege über Putzzeug oder Satteldecken verbreiten. Haarlinge sind übrigens streng wirtspezifisch und nicht auf den Menschen übertragbar.
In der Regel sind mehrere Pferde eines Bestandes von Haarlingen befallen. Deswegen ist es am sinnvollsten, alle Pferde in einem Stall oder wenigstens des betroffenen Stalltraktes gegen die Parasiten zu behandeln. Am effektivsten ist die lokale Behandlung mittels eines Puders, Spot-On Präparaten oder speziellen Waschlotionen. Sie enthalten spezielle Kontaktinsektizide, die nur für die Lästlinge aber nicht das Pferd schädlich sind. Mit einer einmaligen Behandlung ist es leider nicht getan, denn Eier und Larven werden durch das Insektizid nicht abgetötet. Man muss den Entwicklungszyklus der Haarlinge berücksichtigen und nach etwa 14 Tage eine zweite Behandlung durchführen. Eine gute Nachricht: Die

Jucken, kratzen, beißen: Bei einem Haarlingbefall kribbelt und krabbelt es überall.
Heilungschancen liegen bei einer sorgfältigen Behandlung bei 100 %.
Die beste Vorbeugung ist es, Neuzugänge im Stall sorgfältig auf Haarlingsbefall zu kontrollieren. Die Parasiten und ihre Eier sind mit dem bloßen Auge sichtbar. Ein heller und luftiger Stall schafft zudem Bedingungen, in denen sich Haarlinge nicht wohl fühlen. Ansonsten gilt: Raus an die frische Luft! Auch im Winter sollten Pferde so oft wie es geht auf die Matschkoppel oder den Paddock. So bleiben die Pferde gesund und das Fell wird regelmäßig durchlüftet.
Damit das Immunsystem fit bleibt, ist eine gute Grundversorgung wichtig, hier spielt ein hochwertiges Mineralfutter mit einer ausgewogenen Vitamin- und Mineralstoffversorgung eine wichtige Rolle. Nach einem akuten Befall helfen Ergänzungsfuttermittel mit viel Biotin, B-Vitaminen, Schwefel und Zink das Fell wieder wachsen zu lassen.
Viele weitere Informationen rund um die kleinen Plagegeister gibt es auch auf unserer Homepage.

