Graskrankheit bei Pferden
Haben Sie schon einmal von der Graskrankheit gehört? Nein? Dann gehören Sie wohl zum Großteil der Pferdemenschen – mit Recht, denn allzu oft ist diese in Deutschland auch noch nicht aufgetreten. Zum Glück, denn leider endet diese Pferdekrankheit in den meisten Fällen tödlich. Und deshalb nehmen wir die Graskrankheit, auch unter dem Namen Equine Grass Sickness, einmal genauer für Sie unter die Lupe.
Die Graskrankheit im Steckbrief:
- Ursprung:
- Belegte Fälle aktuell:
- Risikogruppe:
- Was passiert:
- Schottland
- Deutschland, Belgien, Frankreich, Ungarn, Schweden, Niederlande, Schweiz
- querbeet alle Rassen jeden Alters
- Lähmung des zentralen Nervensystems bis hin zum Tot
Der Steckbrief zeigt uns, dass man, obwohl die Equine Grass Sickness aktuell noch selten auftritt, nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf, denn sie kann wirklich jedes Pferd betreffen. Wenn es dazu kommt, unterscheiden Tierärzte zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf. Im akuten Fall geht alles sehr schnell: Die Pferde leiden an Koliken, sie können plötzlich nicht mehr schlucken oder beginnen, stark zu speicheln. Wie bereits erwähnt, greift das Graskrankheit das Nervensystem an. In Folge dessen kommt es zu einer Lähmung von Schlund und Schlundkopf sowie – nach und nach – zu einer kompletten Darmlähmung.
Etwas schwächer, aber letztendlich nicht minder gravierend, laufen die Symptome im chronischen Fall ab. Die Pferde überleben dabei länger, allerdings kann der Verlauf nach wenigen Wochen mit schwachen Anzeichen dann in einen chronischen Verlauf übergehen. In dieser Zeit verlieren die Pferde in der Regel stark an Gewicht, sie zittern am ganzen Körper, es kommt immer wieder zu Koliken, die Darmtätigkeit kommt Stück für Stück weiter zum Erliegen.
Diagnose Graskrankheit – was nun?
Eine sichere Diagnose, ob es sich um die Equine Grass Sickness handelt, kann nur der Tierarzt stellen. Sollte dem so sein, kann eine Therapie versucht werden. Diese führte bei den bisher bekannten Fällen leider nur selten zum gewünschten Erfolg. Im chronischen Fall kann auf Infusionen, eine Magenentleerung und auch die Gabe von Spasmolytika (krampflösender Mittel) zurückgegriffen werden. Schlagen diese Maßnahmen allerdings nicht an, muss er das Pferd einschläfern.
Bei einem akuten Verlauf spricht man nach aktuellen Erkenntnissen von einer Überlebenschance von ca. fünf Prozent. Die Voraussetzung dafür ist, dass sie auf eine adäquate Nährstoffversorgung, die Infusionstherapie sowie die Maßnahmen, um den Kot wieder weicher und die Verdauung in Schwung zu bekommen, ansprechen. Etwa acht Wochen nach Behandlungsbeginn sollten sich die Symptome kontinuierlich verbessern.
Dazu kann auch die richtige Fütterung beitragen. In Rücksichtnahme auf die ohnehin geschwächte Verdauung sollte man bei der Zusammenstellung der Futterration unbedingt mit dem behandelnden Tierarzt sprechen, um das Pferd nicht unnötig mit falschem Futter zu belasten. Geht es an das Anfüttern, empfehlen wir das MASTERHORSE MASH, gegebenenfalls angereichert mit einer Öl-Komponente wie dem LEINÖL, um das Ganze besser durch den Darm „rutschen“ zu lassen. Kandidaten, die eine Nervenkrankheit wie die Grass Sickness überleben, profitieren zudem von Futtermitteln, die Vitamin B enthalten wie der MASTERHORSE B-KOMPLEX.
Und das sagt die Wissenschaft:
Aktuell gibt es nur wenige wissenschaftliche Arbeiten zur Equinen Graskrankheit. Im April 2021 entstand allerdings eine Veröffentlichung, die sich mit vier Pferden (im Alter zwischen zwei und sieben Jahren) beschäftigt, die in Dänemark an der ECS nahezu gleichzeitig erkrankt sind. Sie alle lebten im selben Stall. Drei davon (sie alle standen auf derselben Weide) litten unter einem akuten Verlauf, beim vierten Kandidaten wurde ein subakuter, sprich chronischer, Verlauf erkannt. Alle vier haben nicht überlebt.


