
Die Alten Meister: Isabell Werth war zu Gast auf dem Kronenhof in Bad Homburg.
Gestern Abend war im Rahmen der Vortragsreihe „Die Alten Meister“ keine geringere als Isabell Werth auf dem Kronenhof in Bad Homburg zu Gast. Die Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin demonstrierte mit vier Reitern und deren Pferden (in unterschiedlichem Alter und Ausbildungsstand) Ausschnitte aus dem täglichen Training mit Dressurpferden. Das Interesse war immens: Bei bestem Wetter strömten rund 1.300 Zuschauer auf die schöne Reitanlage, die das Live-Training zum Teil sogar im Stehen mitverfolgten. Und sie kamen voll auf ihre Kosten!
Das erste Pferd in der schön hergerichteten Reithalle des Kronenhofs war eine fünfjährige Oldenburger Stute, die vor wenigen Wochen zum ersten Mal eine Dressurpferde A-Prüfung gewonnen hatte. An ihr demonstrierte Isabell Werth, wie wichtig es ist, bereits von Beginn der Ausbildung auf Takt, Losgelassenheit und Anlehnung in allen drei Grundgangarten, den Übergängen und den Wendungen zu achten. Auch die erste Arbeit am Außengalopp wurde unter die Lupe genommen.
Weiter ging es mit einem 9-jährigen Hannoveraner, der mit seiner Reiterin bei den FEI-Junioren erfolgreich in der M**-Klasse läuft. Zunächst ging es in dieser Unterrichtseinheit vermehrt um Stellung und Biegung in jeder Grundgangart. Isabell Werth ließ das Paar verstärkt Schulter herein und Übergänge reiten und vermittelten so eindrücklich, wie wichtig die Arbeit am äußeren Zügel und am inneren Schenkel ist. Auch die rechtzeitige Einleitung der Lektionen und die Übersicht über die gesamten Dressurprüfungen war ein großes Thema. Isabell Werth betonte immer wieder, wie wichtig eben diese Basics sind. Denn auch wenn die Lektionen für sich sitzen, können kleine Details wie beispielsweise unsauber gerittene Übergänge die Gesamtnote deutlich mindern.
Beim dritten Paar, einem Achtjährigen und seiner jungen Reiterin, drehte es sich – für das Pferd – vermehrt um Seitengänge in allen Grundgangarten und um die korrekt gerittenen Serienwechsel im Galopp. Für die Reiterin ging es um die Arbeit an einem kleinen, aber nicht unwichtigen Gewohnheitsfehler: eine nach innen gedrehte Hand. Isabell Werth ermahnte immer wieder, als Reiter auch konsequent an sich selbst zu arbeiten. Was sich einmal eingeschlichen hat, wird man – wie Reiterin und Trainerin eindrücklich demonstrierten – nicht so schnell wieder los.
Zum krönenden Abschluss stieg der Hausherr selbst in den Sattel: Thomas Wagner, Dressurreiter mit dem goldenen Reitabzeichen, hat seine Ausbildung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten mit der Auszeichnung „Stensbeck Plakette“ beendet. Er demonstrierte unter der Anleitung von Isabell Werth, wie leicht korrekt gerittene, schwere Lektionen aussehen können. Und hier lag das Hauptaugenmerk im Detail – so wurden Galopppirouetten, Passagen und Co., die schon zu Beginn der Unterrichtseinheit sehr harmonisch aussahen, im Laufe der Unterrichtseinheit zu einem wahren Augenschmaus.
„Tolle Pferde, tolle Reiter! Mir hat`s Spaß gemacht!“ So resümierte Isabell Werth nach knapp zweieinhalb äußerst lehrreichen Stunden. Und der Meinung waren auch die Zuschauer, als sie mit viel neuem Wissen ihren Nachhauseweg antraten.
Sie konnten gestern nicht dabei sein? Kein Problem, auf unsererm youtube-Kanal gibt es in Kürze die Videos der Veranstaltungsreihe!


Dein Kommentar
An Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns Deinen Kommentar!