Bei der Veranstaltungs-Reihe „Die Alten Meister“ handelt es sich um ein Live-Training mit renommierten Referenten, überwiegend aus der Dressurszene. MASTERHORSE ist schon seit vielen Jahren Sponsor dieser Serie. Umso mehr haben wir uns gefreut in diesem Jahr eine Station „direkt ums Eck“ zu haben und dann auch noch mit Klaus Balkenhol. Er begeistert uns immer wieder mit seinem phantastischen Unterricht und seinem artgerechten Umgang mit Pferden. Über 600 Besucher strömten in die Reithalle um die drei Reiterinnen unter den Fittichen von Klaus Balkenhol zu sehen.

„Hoffentlich kommt er nicht wieder mit dem Sattel an.“

Das denken sich sicherlich viele Pferde, wenn der Reiter mit einem unpassenden Sattel ankommt. Im Vortrag eines Sattelherstellers wurde den Zuschauern gezeigt wie sie die Passform des Sattels überprüfen können. Man nehme eine Kreide, zeichne den Bereich 3-4 cm hinter dem Schulterblatt, die Region vor der Lendenwirbelsäule (senkrecht hoch an der letzten Rippe) sowie den Rückenmuskel ein. Liegt der Sattel auf dem Schulterblatt, im Bereich der Lendenwirbelsäule oder nicht gleichmäßig auf dem Rückenmuskel auf, so sollte er mal wieder vom Sattler überprüft werden.

„Was will ich mit einem Gebiss erreichen?“

Weiter ging es mit Gebissen. Es wurden die verschiedenen Formen und Wirkungsweisen der Gebisse vorgestellt. Besonders eindrücklich erklärte der Referent, wie eng es im Pferdemaul zugeht. Der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer beträgt nur etwa 3,5 cm. Ist das Gebiss zu dick, drückt es auf die Oberkieferlade. Aua. Ein dickes Gebiss ist also nicht automatisch angenehmer für das Pferd.

„Je schwieriger es wird, desto mehr musst Du lächeln“

Highlight des Abends war natürlich Klaus Balkenhol. Zu Beginn ging er sehr auf die artgerechte Haltung und das feine Reiten ein. Rollkur hat nichts mit gutem Reiten zu tun, man macht sich das Pferd gefügig und zwingt es in eine Demutshaltung. „Man muss mit dem Pferd in Augenhöhe arbeiten“. Reiten muss Spaß machen, mit einem Lächeln auf den Lippen zeigt man den Richtern, dass man zufrieden mit dem Pferd ist. Deswegen: Immer schön lächeln in einer Dressurprüfung!
Die Reiterinnen arbeiteten sehr viel daran, dass sich das Genick des Pferdes öffnet. Der Reitmeister forderte viele halbe Paraden und einen Wechsel aus zurücknehmen und loslassen. „Hand vor, trau Dich, Dein Pferd gehen zu lassen“. Die Reiterinnen trauten sich und die Pferde liefen anschließend deutlich freier, kadenzierter und mit schöner Bergauftendenz. So soll es sein! Während einer Trainingseinheit muss immer wieder eine Pause eingelegt werden. Klaus Balkenhol empfiehlt alle 10-15 Minuten zu pausieren, oder auch wenn etwas nicht klappt. Reiter und Pferd können kurz durchatmen und nachdenken. Die Muskulatur wird besser durchblutet, dadurch mit Sauerstoff versorgt und bleibt somit lockerer. Der geschmeidige Sitz des Reiters trägt ebenfalls immens zum schönen Reiten bei. Eine verdeckte Hand führt z.B. zu einem verkrampften Unterarm und schlussendlich zu einer festen Hand. Eine aufrechte Faust ist flexibel und wann man dann noch „mit den Zügeln strickt“, dann bleibt die Verbindung zum Pferdemaul locker.

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