Gestern ereignete sich in dem Stall, in dem auch eine unserer Kolleginnen ein Pferd versorgt, ein nicht ganz unproblematischer Kolikfall. Passend zur Jahreszeit fragen Sie sich jetzt sicher: Wurde das Pferd zu wenig angeweidet? Oder sind die Frunktane schuld? Nein, es handelte sich um eine Verstopfungskolik. Die Folge: Der Dickdarm gaste auf und legte sich in Abschnitten über das Milz-Nierenband. Eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, wie unser Video von dem Vorfall gestern eindrücklich zeigt.
Doch der Reihe nach: Robbie, ein 14-jähriger Oldenburger Wallach, stand ca. vier Stunden auf einer Weide mit  eher kurzem Gras. Dort verhielt  er sich auf einmal sehr seltsam: Ohne ersichtlichen Grund scheuchte er erst ein älteres Pferd über die Koppel und legte sich dann schwer nach Atem ringend plötzlich ab. Seine Besitzerin holte ihn sofort von der Weide und brachte ihn in eine sehr große Box. Dort äpfelte er zunächst auch und trank etwas Wasser. Trotzdem blieb er rastlos, legte sich hin, stand wieder auf, lief permanent durch die Box. Der sofort verständigte Tierarzt diagnostizierte eine Verstopfungskolik mit der Folge, dass sich ein Darmabschnitt über das Milz-Nierenband gelegt hatte.
Was steckt dahinter? Der Tierarzt vermutet, dass Robbie – typisch für Verstopfungskoliken – in den vergangenen Tagen zu wenig getrunken hatte. Der Dickdarm (Colon) schlängelt sich in zwei großen Schlaufen (doppelt hufeisenförmig) durch den Bauchraum. In den unteren Schlingenabschnitten sammelte sich der Nahrungsbrei und wurde nicht weitertransportiert. Es bildeten sich Gase, die den oberen Dickdarmabschnitt mehr und mehr aufblähen ließen. Solange, bis der aufgegaste Teil schließlich über das nahe gelegene Milz-Nierenband kippte. Die Folge: Das übermäßig gespannte Milz-Nierenband übte vermehrten Druck auf die Eingeweide aus, was die Schmerzen des Pferdes zusätzlich verstärkte. Durch kontrolliertes Wälzen kann sich der Darmabschnitt eventuell selbst zurückverlagern – wenn das nicht geschieht, muss unbedingt durch eine Operation nachgeholfen werden.
Robbie wurde auf Anraten des Tierarztes sofort in die Schwarzwald-Tierklinik gebracht.
Wir wünschen Robbie an dieser Stelle auf jeden Fall gute Besserung und halten Sie natürlich auf dem Laufenden, wie es ihm geht. Ihnen und Ihren Pferden wünschen wir an dieser Stelle eine schöne und vor Allem kolikfreie Koppelsaison!
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