
Sandkolik beim Pferd – eine schmerzhafte Angelegenheit
Der Auslöser einer Sandkolik ist – wie der Name schon sagt – Sand, der sich im Verdauungstrakt ansammelt. Doch wie kommt es eben dazu? Denn im Normalfall frisst ein gesundes Pferd nur selten puren Sand. Aber hier höhlt der bekannte heiße Tropfen den Stein: Liegt beispielsweise das Heu auf einem sandigen Untergrund wie auf den Paddocks, nehmen die Pferde bei jeder Fütterung kleine Mengen an Sand auf. Auf Weiden mit kurzem Gras oder auf Winterkoppeln rupfen sie gerne auch noch die letzten kurzen Halme ab, meist gleich samt den Wurzeln, an denen oft der Sand haftet. So nehmen die Pferde immer mehr Sand und Schmutz auf, bis es nach Monaten oder auch Jahren letztendlich zum Ausbruch einer Sandkolik kommen kann.
Schmerzhafte Krämpfe plagen das Pferd ab dem Moment, wenn die Sandmenge für den Darm untragbar wird. Scharfkantige Sandkörner und der feste Darminhalt können die empfindliche Darmschleimhaut zusätzlich reizen, weshalb es bei einer Sandkolik oft zu wiederkehrenden Bauschmerzen kommt, die durch schmerzfreie Phasen unterbrochen werden.
Leider unterscheiden sich die Anzeichen einer Sandkolik nicht von den Symptomen anderer Kolikarten:
– starke Schmerzen
– Rastlosigkeit
– angespannter Bauch
– aufgezogener Rücken
– drehen des Kopfs zur schmerzenden Bauchseite
– wälzen
Um die Diagnose zu sichern, kann der Tierarzt den Kot betroffener Pferde zum Beispiel in einem Handschuh aufschwemmen. Vorhandener Sand setzt sich dabei in den Fingerausstülpungen ab.
Sandkoliken lassen sich leicht umgehen, wenn man bei der Pferdehaltung auf einige Faktoren achtet:
– Vermeidung sandiger Flächen
– Fütterung nicht auf sandigem Untergrund
– rechtzeitiges Wechseln der Weideflächen
– Vermeidung langer Fresspausen
Kommt man um Sand in der unmittelbaren Nähe des Pferdes nicht herum, eignen sich auch kurweise gefütterte Flohsamenschalen sehr gut, um die Darmtätigkeit zu unterstützen und den aufgenommenen Sand so gut es geht abzutransportieren. Leiden die Pferde immer wieder an Sandkoliken, sollten das weitere Vorgehen immer zuerst mit einem Tierarzt besprochen werden. Um weitere Koliken zu vermeiden ist ein ausgeklügelter Futterplan zur Regeneration von Magen und Darm bzw. zur Prophylaxe durchaus empfehlenswert.
