
Herpes, Influenza und Tetanus sind unter uns Pferdebesitzern nicht nur die bekanntesten, sondern wohl auch die am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten. Brechen sie aus, sind häufig ganze Pferdebestände betroffen und immer wieder kommt es zu Todesfällen. Doch mit dem richtigen Impfschema kann der größte Schaden weitestgehend verhindert werden. Welche Impfungen sind ein Muss, welche nur ein Kann? Und in welchen Abständen müssen Pferde immunisiert werden? Hier waren mal wieder unsere Experten gefragt:
An zwei Impfungen kommt man auf keinen Fall vorbei: Jedes Pferd muss gegen Tetanus und Influenza geimpft werden. Zusätzlich wird eine regelmäßige Immunisierung gegen die unter uns Pferdebesitzern gefürchteten Herpesviren empfohlen. Weitere regelmäßige Impfungen – wie in manchen Regionen Deutschlands beispielsweise gegen Tollwut – empfehlen sich in Einzelfällen. Hierzu berät Sie Ihr behandelnder Tierarzt am besten.
Los geht es mit dem Impfen bereits im Fohlenalter. In den ersten sechs Lebensmonaten genießen die Kleinen noch einen Rundumschutz durch die Antikörper, die sie über die Muttermilch erhalten. Doch nach einem halben Jahr sollte dann die sogenannte „Grundimmunisierung“ erfolgen: die ersten Impfungen gegen Tetanus, Herpes und Influenza. Etwa einen Monat später sollten die Fohlen nochmals gegen alle diese Krankheiten immunisiert werden. Wiederum nach einem halben Jahr sollte nochmal mit den Impfstoffen gegen Herpes und Influenza aufgefrischt werden, Tetanus folgt sechs Monate im Anschluss später. Von der dritten Impfung an gelten die üblichen Impfintervalle:
– Tetanus: alle zwei bis drei Jahre
– Influenza (bei Nicht-Turnierpferden): einmal jährlich
– Herpes: alle sechs Monate
– Influenza (bei Nicht-Turnierpferden): einmal jährlich
– Herpes: alle sechs Monate
Für die Turnierpferde gibt es einige besondere Bestimmungen, die Sie in unserem Expertentipp nachlesen können.
Oft hört man Aussagen, dass Impfungen bei älteren Pferden nicht mehr so wichtig wären. Doch weit gefehlt: Im Alter lässt das Immunsystem der Pferde – ebenso wie bei uns Menschen – nach. Somit haben die Erreger von Infektionskrankheiten bei den Senioren ein viel leichteres Spiel als bei jüngeren und fitteren Pferden. Dadurch sind sie nicht nur anfälliger, sondern scheiden im Krankheitsfall auch Bakterien- und Viren aus. Damit gelten sie als eine potentielle Infektionsgefahr für ihre Artgenossen.
Auch die Frage, ob das Impfen wirklich notwendig sei bei möglichen Nebenwirkungen und hohen Kosten, stellt sich der ein oder andere Pferdebesitzer immer wieder. Doch selbst wenn es in seltenen Fällen einmal zu Impfnebenwirkungen kommt, sind diese meist geringfügig. Eine kurzfristige lokale Schwellung, Erschöpfung oder ein leichter Anstieg der Körpertemperatur stehen in keinem Verhältnis zu den Vorteilen einer Impfung. Und auch wenn diese nicht mit absoluter Sicherheit eine Erkrankung verhindert, mildert sie den in den meisten Fällen zumindest deren Verlauf.

Dein Kommentar
An Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns Deinen Kommentar!