Am 7. Juni diesen Jahres wurde der erste Fall einer mittlerweile wahren Welle an Equiner infektiöser Anämie erkrankten Pferden bekannt. Die aktuellste Meldung gab es in der vergangenen Woche: Zwei Freizeitpferde im Raum Konstanz wurden positiv getestet. 17 Pferde aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz haben sich mittlerweile infiziert und mussten deshalb ihr Leben lassen. Um die jeweiligen Ställe wurden Sperrbezirke errichtet.

Leider handelt es sich bei der Equinen infektiösen Anämie um eine Seuche, die die Pferdebesitzer immer wieder beunruhigt. Für die Menschen ist sie ungefährlich, aber auch Maultiere, Maulesel und Zebras können sich damit anstecken. Da die infizierten Equiden das Virus ihr Leben lang in sich tragen und ausscheiden, müssen sie schnellstmöglich getötet werden. Eine wirksame Schutzimpfung dagegen gibt es bis heute ebenso wenig wie eine erlaubte Therapie.

Übertragen wird der Virus über Körperflüssigkeiten. In den meisten Fällen geschieht die Infektion über Blut. Stechende Insekten transportieren die Viren über ihre Stechwerkzeuge von einem Pferd zum nächsten. Aber auch über Speichel, Eiter oder Stutenmilch können sich die Pferde gegenseitig anstecken. So können infizierte Mutterstuten zur Gefahr für ihre eigenen Fohlen werden. Aber auch verunreinigte, nicht desinfizierte Instrumente wie Fieberthermometer, Maulgatter oder Nasen-Schlund-Sonden können die Erreger von Pferd zu Pferd transportieren.

Hat sich ein Pferd angesteckt, kann die Krankheit sehr unterschiedlich verlaufen. Bis erste Symptome sichtbar werden, können manchmal nur wenige Tage, in anderen Fällen aber auch mehrere Wochen vergehen. Anhängig davon, ob die Krankheit akut oder chronisch verläuft, unterscheiden sich die Anzeichen wie folgt:

a) Symptome des Akuten Verlaufs der Equinen infektiösen Anämie:

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Leider gibt es gegen die Equine infektiöse Anämie keine erlaubte Therapie.

– Fieber (24 Stunden bis mehrere Tage anhaltend)
– Mattheit
– Leistungseinbußen
– Konditionsverlust
– Depression
– Kreislaufstörungen
– blutiger Durchfall
– Koliken
– Herzrhythmusstörungen
– Punktblutungen an den Schleimhäuten

b) Symptome des chronischen Verlaufs der Equinen infektiösen Anämie:
– Fieberschübe
– Fressunlust
– Gewichtsabnahme
– Punktblutungen
– Flüssigkeitsansammlungen

Es kann aber auch sein, dass die Krankheit völlig symptomlos verläuft.

Die einzige Möglichkeit, etwas gegen die Equinen infektiösen Anämie tun zu können, ist eine ausgeklügelte Prophylaxe: effektive Fliegenschutzmittel, kein Koppelgang bei Insektenhochzeit, Sauberkeit im Stall und den zugehörigen Räumlichkeiten, Reinigungstücher für Nüstern oder Maul nur an einem Pferd verwendet u.v.m. Zur Reinigung können handelsübliche Desinfektionsmittel verwendet werden. Sie töten auch das Virus der Equinen Infektiösen Anämie ab.

Wichtig: Wenn auch nur der Verdacht auf eine Infektion mit der Equinen infektiösen Anämie besteht, muss umgehend das Veterinäramt informiert werden. Die Mitarbeiter leiten dann umgehend die weiteren Schritte ein.

Viele wichtige weitere Informationen zur Equinen infektiösen Anämie finden Sie auch auf unserer Homepage.