
Die Böden in ganz Deutschland enthalten nur sehr wenig Selen, was sich negativ auf Gras, Heu und auch Getreide auswirkt.
Selen ist das bei Deutschlands Pferdemenschen wohl bekannteste Spurenelement. Die Bundesrepublik ist als Selenmangelgebiet bekannt, nahezu jedes Pferd muss über ein Zusatzfutter damit versorgt werden. Gleichzeitig werden immer wieder Stimmen laut, die vor einer – zugegebenermaßen nicht ungefährlichen – Selenvergiftung warnen. Denn die Schwelle zwischen Unter- und Überversorgung ist recht schmal. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, den täglichen Bedarf eines Pferdes individuell zu ermitteln und an die körperliche Beanspruchung anzupassen. Wir haben dem Selen in diesem Blog-Eintrag einmal etwas genauer auf den Zahn gefühlt:
Die richtige Dosierung: Für ein 600 kg schweres Pferd liegt der Tagesbedarf an Selen bei etwa 1,2 mg. Besonders Zuchtstuten, Jungpferde im Wachstum sowie Sportpferde haben einen erhöhten Selenbedarf, was bei der Rationsgestaltung beachtet werden sollte. Empfohlen werden 1,8mg am Tag bei einer Körpermasse von 600 kg.
Wozu benötigen Pferde Selen überhaupt?
Das Spurenelement übernimmt im Organismus sehr viele, sehr unterschiedliche Aufgaben. Eingebaut in verschiedene Proteine, ist es an unzähligen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Dazu zählen beispielsweise die Schilddrüsenfunktion, der Energie- sowie der Proteinstoffwechsel und damit auch ganz entscheidend das Wachstum und die Bildung der Muskulatur.
Wie viel Selen steckt denn dann überhaupt noch in unserem Grundfutter?
Wenn ein 600 kg schweres Pferd am Tag 8 kg qualitativ hochwertiges, spät geschnittenes Heu und 2 kg Hafer gefüttert bekommt, nimmt es daraus ca. 0,96 mg Selen auf. Wie bereits erwähnt, liegt der Tagesbedarf aber bei rund 1,2 mg – es handelt sich demnach um ein Defizit von 0,24 mg Selen. Was auf den ersten Blick wenig klingt, ist für ein Spurenelement doch eine ganze Menge. Deshalb sollte selbst eine solche Ration unbedingt mit einem selenhaltigen Mineralfutters ergänzt werden. Auf lange Sicht stellt sich sonst ein Selenmangel ein.
Wie macht sich ein Selenmangel bemerkbar?
Bei ausgewachsenen Pferden sind leider keine eindeutigen Symptome bekannt. Aufmerksam sollte man aber beispielsweise bei einer Schwächung des Immunsystems, bei Leistungs- oder Muskelschwäche werden. Da Selen aber durch seine Wirkung auf die Schilddrüsenhormone eine wichtige Rolle bei Wachstum und Entwicklung spielt, ist eine ausreichende Zufuhr bei Fohlen und damit am besten bereits bei tragenden und laktierenden Stuten sehr wichtig.
Was passiert bei einer Überdosierung mit Selen?
Beim Selen ist der Bereich zwischen Mangel und Überversorgung mit Abstand am geringsten. Es gibt zwei verschiedene Arten von Selenvergiftungen:
1. Chronische Selenvergiftung
Wenn Pferde über mehrere Wochen hinweg erhöhte Selenmengen zu sich nehmen, kann das schwere Folgen haben: Haarverlust an Mähne und Schweif, Lahmheit sowie ringförmige Einschnürungen an den Hufen, denen im schlimmsten Fall ein Ausschuhen der Hornkapsel folgt.
2. Akute Selenvergiftung
Bei einer Dosis von circa 3 mg Selen pro kg Körpergewicht tritt eine akute Selenvergiftung auf. Bei einem 600 kg-Pferd entspricht diese Angabe etwa 2 g Selen. Starkes Schwitzen und Koliken sprechen hierfür.
Viele weitere Informationen rund um die Selenversorgung Ihres Pferdes finden Sie auch auf unserer Homepage.
Viel Vergnügen beim Weiterlesen wünscht Ihr MASTERHORSE-Team

