Der Eichenprozessionsspinner—eine wahre Pferdeplage
Wir Pferdemenschen verbinden den Sommer mit langen Koppelperioden, schönen Ausritten und viel frischem Heu für unsere Pferde. Unter anderem … denn leider gehören auch unangenehme Komponenten wie Giftpflanzen oder für die Pferde gefährliche Insekten zu den heißen Monaten dazu. In unserer Reihe „Aufmerksam durch die Natur mit den Pferden“ nehmen wir in diesem Blogeintrag den Eichenprozessionsspinner unter die Lupe. Diese haben im Juli eine wahre Hauptzeit und können uns bis September / Oktober „verfolgen“.
Der Eichenprozessionsspinner im Profil 
25, denn sein asch-brauner Körper ist mit typischen Brennhaaren gespickt. Diese sind sowohl für uns Menschen als auch für unsere Tiere nicht ganz ungefährlich.
Wie ihr Name verrät, fühlen sich diese kleinen Insekten vor allem in Eichen besonders wohl und bevorzugen dabei Bäume in schattigen Waldrandlagen, wo uns im Sommer sowohl Ausritte als auch Spaziergänge gerne vorbeiführen. Diese Raupen des Eichenprozessionsspinners leben meist in Gruppen und gehen, ihrem Namen entsprechend, in einer Art „Prozessionsmarsch“ auf Beutesuche (wo auch der Name herrührt).
Aktuell vielerorts unterwegs: der Eichenprozessionsspinner
Auch in diesem Jahr sind die Eichenprozessionsspinner wieder unterwegs. In Dortmund wurden aktuell sogar Schulen geschlossen, da die Bäume auf den Schulhöfen mit den Raupen befallen sind. Eine Gegeninitiative: Die betroffenen Bäume müssen abgesaugt werden. Denn die giftigen Brennhaare brechen leicht und können mit dem Wind über weite Strecken getragen werden. Mit ihren Widerhaken und dem stark reizenden Nesselgift lösen diese bei Kontakt mit der Haut eine allergische Reaktion aus. Diese können nicht nur bei uns Menschen, sondern eben auch bei den Tieren oft zu Schwellungen führen. Bei den Pferden sind vorwiegend die Nüstern / der gesamte Kopf betroffen. Ebenfalls kritisch werden kann es, wenn die Brennharre mit dem Heu oder über das Trinkwasser aufgenommen werden. Mögliche Folgen:
- „Raupendermatitis“ (eine Hautentzündung gefolgt von Juckreiz, Hautrötung und Quaddelbildung)
- Nesselfieber
- Atemnot
- Augenentzündungen oder
- Entzündungen der Mund- bzw. Maulschleimhaut
Auch die Abortrate steigt bei Pferden, die mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners in Kontakt kamen.
Nach dem Raupenstadium schlüpfen aus den kleinen Schmetterlingsraupen die erwachsenen Eichenprozessionsspinner-Falter. Von diesen geht keine Gefahr mehr aus. Doch trotzdem sollten wir weiterhin aufmerksam bleiben. Denn die alten Larvenhäute sammeln sich nach der Häutung in zuckerwatteähnlichen Gespinstnestern. Diese bleiben entweder im Baum haften oder fallen zu Boden. Und dort spicken sie die Umgebung des Baumes, besonders das Unterholz und den Bodenbewuchs, mit den mit Nesselgift enthaltenen Härchen.
Eichenprozessionsspinner entdeckt – was nun?
Gebiete, die für das Auftreten des Eichenprozessionsspinners bekannt sind, sollten weiträumig gemieden werden – sowohl beim Ausreiten / Spazieren gehen als auch bei der Heuernte oder der Auswahl der Koppelflächen! In den meisten Fällen sind gefährdete Regionen durch Warnschilder gekennzeichnet. Entdeckt man außerhalb eines solchen Gebietes befallene Bäume oder Gespinstnester, empfehlen wir, zeitnah die zuständige Gemeindeverwaltung oder dem nächsten Gesundheitsamt, Gartenbauamt oder Förster Bescheid zu geben.
Natürlich stehen wir Ihnen auch bei Fragen zu diesem Thema gerne zur Seite. Treten bei Ihrem Pferd allerdings bereits erste Symptome auf, sollten Sie umgehend einen Tierarzt informieren. Gegebenenfalls kontaminiertes Heu muss umgehend entfernt werden. Wir Menschen sollten nach Kontakt mit den gefährlichen Brennhaaren schnellstmöglich ausgiebig duschen und Haare waschen. Auch unsere Pferde profitieren von einer gründlichen Dusche. Kleidungsstücke oder Satteldecken, die eventuell mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen sein könnten, müssen gründlich und so heiß wie möglich gewaschen werden.
Damit wünschen wir Ihnen noch viele schöne „Eichenprozessionsspinner-freie“ Sommerwochen!
Ihr MASTERHORSE-Team




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