Im Moment stellt Corona-Virus „SARS-CoV-2“ unser komplettes Leben auf den Kopf. In Pferdefachkreisen ist in den letzten Monaten auch ein spezielles Virus in aller Munde und zwar das West-Nil-Virus. Wie der Name vermuten lässt, wurde das Virus in Afrika entdeckt. Inzwischen hat es sich auch in Nordamerika, Australien und Europa ausgebreitet. Hauptwirte sind (Zug-) Vögel, übertragen wird das Virus über Moskitos und andere Stechmücken. Pferde und Menschen gelten als „Fehlwirte“, sie können erkranken, heimische Stechmücken können sich aber nicht über sie infizieren. In Deutschland wurde das Virus in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen nachgewiesen. Es sind also Regionen betroffen, die (infizierte) Zugvögel gerne passieren. Es handelt sich um eine saisonbedingte Erkrankung, die vom Lebenszyklus der Mücken (Mai bis Oktober) abhängt. Man geht davon aus, dass das Virus inzwischen schon in unseren heimischen Stechmücken überwintert. Infolgedessen kommt es in den Folgejahren zu vermehrten Infektionen.

Die Symptome der Infektion
Kommt es zu einem Stich, dann wandert das Virus über das Blut in das zentrale Nervensystem des Pferdes. Viele Tiere infizieren sich, zeigen aber keine Symptome. Etwa 8 % der Pferde entwickeln Symptome, diese können sehr schwerwiegend sein.
Nach der Infektion kommt es innerhalb von zwei Wochen in vielen Fällen zu Fieber, mangelndem Appetit, Lethargie oder auch Koliken. Anschließend kommen neurologische Ausfallerscheinungen wie Ataxie (Stolpern, Schwanken, wackeliger Gang etc.) und Festliegen hinzu. Weitere Symptome sind Blindheit, Schluckstörungen, Atembeschwerden u.v.m. Viele der überlebenden Pferde tragen Bewegungsstörungen davon und können nicht mehr geritten werden. Einige Pferde überleben den Infekt nicht bzw. tragen so schwere Schäden davon, dass eine Euthanasie eine Erlösung darstellt. Infektionen mit dem West-Nil-Virus gelten als anzeigepflichtige Tierseuche, deswegen sind alle Maßnahmen mit dem Veterinäramt anzusprechen.
Prävention ist notwendig!
Es gibt zwei Säulen zum Schutz vor einer Infektion mit dem West-Nil-Virus. Die eine ist die Eindämmung der Stechmücken und die andere eine Impfung. Sumpfige Stellen aus Weide, stehende Gewässer und Pfützen sind ideale Brutstätten für Stechmücken und sollten vermieden werden. Am einfachsten geht es bei den Tränken, entweder alle zwei bis drei Tage das Wasser austauschen oder geschlossene Gefäße verwenden. So wird die Entwicklung der Mückenlarven verhindert. Zur Eindämmung der erwachsenen Stechmücken helfen nur chemische Mittel. Auch Repellents („Fliegensprays“) und Fliegendecken sind eine gute Möglichkeit, um vor Stichen zu schützen.
Inzwischen gibt es drei verschiedene und verträgliche Impfstoffe auf dem Markt. Diese werden vor allem für Pferdehalter in den betroffenen Regionen empfohlen oder für Pferde, die in eine dieser Gegenden auf Turniere, Wanderritte oder ähnliches gehen sollen. Als wichtig gilt, dass die Grundimmunisierung vor dem vermehrten Auftreten von Mücken (Mitte April/Mai) abgeschlossen ist. Eine jährliche Auffrischung der Impfung empfiehlt sich.




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