Pferd Zahnarzt

Auch ein Pferd sollte regelmäßig zum Zahnarzt. Doch häufig schieben die Pferdebesitzer einen neuen Termin auf die lange Bank. Solange das Pferd normal frisst und nicht abnimmt, wird die Kontrolle gerne vergessen. Erst wenn das Pferd beim Fressen Heu-Wickel ausspuckt oder gegen die Reiterhand geht, wird mal wieder an die Zähne gedacht. Beim Pferd einer unserer Expertinnen war es eine Maulverletzung, die die Einsteller des Stalls aufrüttelte. Ihr Wallach hatte sich an einem abgebrochenen Hengstzahn regelrecht die Zunge aufgeschlitzt. Da einige Pferde noch nie beim Zahnarzt waren und bei anderen der Kontrolltermin schon mehrere Jahre zurück lag, wurde ein Sammeltermin bei einem Tierarzt, der sich auf Zahnmedizin spezialisiert hat, ausgemacht. In unserem heutigen Blog-Beitrag berichten wir, wie der Zahnarztbesuch bei Vegas, dem Pferd unserer Kollegin, ablief.

Pferd Zahnarzt

Professionelle Zahnbehandlung

Der Tierarzt setzte den Pferden zuerst ein Maulgatter ein und schaute sich das Gebiss der Tiere im unsedierten Zustand an. Bei Vegas entdeckte er ein paar scharfe Kanten und kariöse Stellen, er kam um eine Zahnbehandlung nicht herum. Bis die Sedierung richtig wirkte, durften die Pferdebesitzer ins Maul fassen und die scharfen Kanten spüren. Autsch. Es hätte nicht viel gefehlt, dann hätten die Kanten auch die Schleimhaut verletzt. Zahnkanten (umgangssprachlich auch Haken genannt) entwickeln sich entweder mit der Zeit oder wenn Pferde wenig strukturiertes Futter bekommen. Getreide oder Pellets muss das Pferd nicht intensiv vermahlen, so dass sich die Zähne nicht wie gewünscht abnutzen. „Infundibalarkaries“ beim Pferd entsteht in der Regel nicht durch viel Zucker. Die betroffenen Zähne haben ein Loch, in dem sich Futterreste sammeln und die Zahnfäulnis fördern. Das Loch entsteht während der Zahnentwicklung oder durch eine Demineralisierung des Zahnzements, z.B. durch säurehaltiges Futter.
Die gesamte Zahnbehandlung dauerte etwa eine halbe Stunde, danach durfte sich Vegas erholen. Die Sedierung wirkte ungefähr eine Stunde. In dieser Zeit sollte das Pferd nichts fressen, da der Schluckreflex beeinträchtigt ist und die Gefahr einer Schlundverstopfung besteht. Der Tierarzt wies uns darauf hin, dass die Pferde in den nächsten ein bis zwei Tagen eventuell weniger fressen oder komische Kaubewegungen machen. Das würde am neuen „Kaugefühl“ und eventuell an Kieferschmerzen liegen, die durch das Aufsperren des Kiefers mit dem Maulgatter entstehen können.

MASTERHORSE-Tipp:

Wir empfehlen bei erwachsenen Pferden ohne bekannte Zahnprobleme alle zwei Jahre die Zähne kontrollieren zu lassen. Bei älteren Pferden oder bei Zahnproblemen ist mindestens ein jährlicher Zahnarztbesuch notwendig. Inzwischen gibt es reine Pferde-Dentisten oder Tierärzte, die sich im Bereich Zahnbehandlungen weitergebildet haben. Neben der Sachkenntnis ist auch das richtige Equipment wichtig. Die Zeiten von Zunge herausziehen und Zahnkanten mit der Hufraspel bearbeiten sind definitiv vorbei.

Viele weitere Themen rund um die Gesundheit Ihrer Pferde haben wir auf unserer Homepage unter die Lupe genommen. Sehr gerne stehen wir Ihnen mit unserem Wissen auch telefonisch unter 0800 – 627 83 74 oder via E-Mail an info@masterhorse.de zur Seite.

Ihr MASTERHORSE-Team