
Eiweiß in der perfekten Dosis unterstützt die Muskelentwicklung idel.
Stellen wir uns ein Sportpferd mit stark ausgeprägten, sich schön abzeichnenden Muskelpartien vor, so fragen wir uns: Woher kommen diese Muskeln? Hauptverantwortlich dafür ist eine optimale Eiweißzufuhr in Kombination mit einem guten Aufbautraining. Doch wie viel Eiweiß benötigt das Pferd und kann man auch zu viel davon füttern? Diesen Fragen gehen wir auf den Grund.
Wie das Trainingspensum die Proteinmenge beeinflusst
Eiweiße kennen wir auch unter dem Namen Proteine. Sie sind sehr wichtig für den Körper unserer Pferde, wenn es darum geht Körpersubstanz aufzubauen. Jedoch kommt es auf die Dosis an, denn viel hilft nicht immer viel.
Grundsätzlich kann der „normale“ Bedarf von Eiweiß über die Fütterung von qualitativ hochwertigem Heu gedeckt werden. Mit zunehmendem Alter, Gewicht und dem täglichen Arbeitspensum kann sich das allerdings auch ändern. Vergleichen wir z.B. ein Freizeitpferd mit einem Sportpferd, so hat Letzteres einen höheren Bedarf. Ebenfalls trifft dies auf die Zuchtstute zu. Ihr Eiweißbedarf steigt über die Zeit der Trächtigkeit bis zur Laktation an. Auch die Futterration des Jungpferdes muss höhere Gehalte an diesem Nährstoff aufweisen, um den Mehrbedarf in der Wachstumsphase zu decken.
Aminosäuren – was haben sie mit Proteinen zu tun
Um die Futterration sinnvoll zusammenzustellen, sollte zunächst der Energiebedarf des Pferdes ermittelt werden. Dieser gibt u.a. die Proteinmenge an, die es zum Erbringen der gewünschten Leistung benötigt. Reicht die Proteinquelle Heu nicht mehr aus, kann der Besitzer die Ration mit Hafer oder anderen proteinreichen Futtermitteln wie z.B. Mais, Gerste oder Luzerne ergänzen. Proteine setzen sich aus mehreren Aminosäuren zusammen. Diese unterscheiden wir nach essenziellen und nicht essenziellen Aminosäuren. Aus den in Hafer und Heu enthaltenen Proteinen stellt der Körper „nicht essenzielle Aminosäuren“ her. Die essenziellen Aminosäuren können ausschließlich über ein Ergänzungsfutter aufgenommen werden.
Hierzu zählen
• Lysin,
• Methionin,
• Tryptophan,
• und Threonin.
Beide Aminosäuretypen müssen dem Körper zur Verfügung stehen, damit er Muskelmasse aufbauen kann.
Eiweißüberschuss – was passiert im Pferdekörper?
Grundsätzlich unterscheiden wir nach einem langfristigen oder kurzfristigen Proteinüberschuss. Das junge, proteinreiche Weidegras im Frühjahr weist zwar höhere Mengen an Protein auf, fällt aber unter einen kurzfristigen Überschuss und gilt bei einem gesunden Pferd meist als unproblematisch. Schwieriger wird es, wenn das Pferd über einen längeren Zeitraum zu viel Eiweiß aufnimmt. Bei einer unbegrenzten Fütterung von proteinhaltigem Heu kann es beispielsweise doch zu einem “Zuviel” kommen.
Die Folgen: Da der Dünndarm nicht in der Lage ist, die überschüssigen Proteine zu resorbieren, gelangen sie in den Dickdarm. Dieser setzt sie in schädliche Stoffe wie Ammoniak um, was wiederum den Leberstoffwechsel stark belastet. Durch die starke Belastung kann die Leber ihrer eigentlichen Aufgabe – den Körper von den giftigen Stoffen befreien – nicht mehr in vollem Maße nachgehen. Das bedeutet, dass der Organismus nun zu wenig Proteinbausteine für seine Stoffwechselprozesse hat und diese jetzt aus der Muskulatur “zieht”, weshalb die Pferde trotz genügend Futter Körpermasse abbauen. Das Resultat: Der Gedanke, dass viel Eiweiß auch viel Muskelmasse bedeutet, wäre hiermit widerlegt. Es sollte demnach auch hier auf eine bedarfsgerechte Fütterung geachtet werden, um die Pferde nicht unnötig zu belasten.
PS: In unserem Expertentipp „Eiweißversorgung beim Pferd“ finden Sie viele weitere Informationen rund um das Thema. Selbstverständlich stehen wir Ihnen dabei auch gerne darüber hinaus am Telefon unter der 0800 – 6278374 oder via E-Mail über info@masterhorse.de zur Verfügung.
Ihr MASTERHORSE-Team wünscht viel Spaß beim Weiterklicken.


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