
Beim Headshaking hilft oft ein Nasennetz.
Von einem auf dem anderen Tag fängt das Pferd an unkontrolliert mit dem Kopf zu schlagen. Manchmal hat man das Gefühl, dass eine Fliege auf der Nase sitzt und das Pferd sie abschütteln möchte. Gerade jetzt im Sommer wäre das eine nahliegende und auch willkommene Erklärung. An einem anderen Tag sieht es aus, als ob das betroffene Tier einen kurzen Stromschlag abbekommen hat und deswegen mit dem Kopf schüttelt.
Woran erkennt man ein Pferd mit Headshaking?
Leidet ein Pferd tatsächlich an Headshaking, kommt zum Kopfschlagen häufig noch vermehrtes Schnauben oder verstärkter Nasenausfluss hinzu, in vielen Fällen reiben die Pferde ihre Nase an den Vorderbeinen, an der Wand oder gar am Boden. Die Symptome verstärken sich bei Wärme und Sonneneinstrahlung.
Der Begriff Headshaking steht nicht für eine Krankheit, sondern ein Symptom, das durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Man unterscheidet drei verschiedene Formen:
1. Stereotypes Headshaking (Verhaltensstörung)
2. Symptomatisches Headshaking (Erkrankung löst Kopfschütteln aus)
3. Idiopathisches Headshaking (Kopfschlagen ohne erkennbare Ursache)
Headshaking – Was tun?
Die Heilungschancen beim stereotypen und symptomatischen Headshaking sind sehr gut. Der idiopathischen Form werden etwa 80 % der Headshaking-Fälle zugeordnet. Hier sind die Heilungschancen schlechter, da der Auslöser oft nicht gefunden werden kann.
Headshaking steht in enger Verbindung mit der Trigeminusneuralgie. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des fünften Gehirnnervs. Sein Nervengeflecht umspannt das gesamte Gesichtsfeld und versorgt dort sehr viele Muskeln. Die Trigeminusneuralgie ist auch in der Humanmedizin bekannt und gilt als eine der am schwersten therapierbaren Erkrankungen. Betroffene Menschen und Tiere reagieren überempfindlich zum Beispiel auf Berührungen, Wind, Kälte oder auch Stress.
Die Trigeminusneuralgie wird durch eine Nervenschädigung ausgelöst. Man hat Herpes- oder Bornaviren oder auch Borellien im Verdacht. Elektrosmog, Mykotoxine, Schwermetalle und Umweltgifte können diese Nervenschädigung verstärken.
Folgende Möglichkeit der Behandlung bestehen:
– Gesichtsmasken mit UV-Schutz
– Nasennetze
– Gebisslose Zäumung
– Medikamentengabe (Cyproheptadin und Carbamazepin)
– Nervenschnitt
– Melatonin
– Akupunktur, Chirotherapie, Physiotherapie
Seitens der Fütterung muss hier besonders auch eine gute Basis geachtet werden. Heu und Kraftfutter sollte schimmelfrei und staubarm sein. Ein hochwertiges Mineralfutter liefert alle Vitalstoffe, die für die Regeneration des gereizten Gewebes benötigt werden. Auch die ungesättigten Fettsäuren des Leinöls mit ihrer entzündungshemmenden Wirkung lindern die chronische Reizung der betroffenen Nerven und Schleimhäute. Bei Headshakern hat sich eine erhöhte Gabe von Magnesium bewährt, dadurch nimmt die Empfindlichkeit des gereizten Nervs ab. Die Aminosäure Tryptophan verbessert das Wohlbefinden und reduziert die Schmerzempfindlichkeit des Gehirns. Viele Headshaker sind Allergiker, hier ist eine ausreichende Versorgung mit Hautvitalstoffen sinnvoll (Zink, B-Vitamine, spezielle Kräuter etc.). Sie reduzieren die Allergiebereitschaft der Nasenschleimhaut und unterstützen die Regeneration der gereizten Schleimhaut.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Expertentipp unter https://www.masterhorse.de/expertentipps/nervositaet/headshaking-beim-pferd.



