„Das Pferd ist herzkrank.“ Diese Diagnose sollte man als Pferdebesitzer durchaus ernst nehmen. Wenn man Glück hat und das Problem rechtzeitig erkennt, kann das betroffene Pferd durchaus ein toller Freizeit-Reitpartner bleiben oder werden. In schwerwiegenderen Fällen kann es allerdings zu starken Beeinträchtigungen kommen. Was das genau bedeutet? Wir verraten es Ihnen. Wir haben uns für Sie ausführlich mit dem Thema „Herzerkrankungen beim Pferd“ auseinander gesetzt.
Das erste, was man als Reiter eines herzkranken Pferdes merkt, ist ein plötzlicher, sehr starker Leistungsabfall. Hört man dann genauer hin, kann durch das Stethoskop noch einiges mehr auffallen: beispielsweise ein veränderter Herzrhythmus, eine abweichende Herzfrequenz, untypische Herzgeräusche oder eine Abgesetztheit der Herztöne. Dazu können flacher, schneller Atem und Puls, Flüssigkeitsansammlungen an Unterbauch, Unterbrust oder in der Lunge sowie Sauerstoffmangel im Blut kommen. In ganz schlimmen Fällen können herzkranke Pferde auch ganz unvermittelt zusammenbrechen.

Herzkranke Pferde können in weniger schweren Fällen durchaus noch treue Partner für gemütliche Ausritte sein.
Um dem entgegenzuwirken, gibt es unterschiedliche Therapieansätze. In vielen Fällen kann eine Diurese (Entwässerungskur) den Körper optimal unterstützen: Durch die vermehrte Harnbildung verringert sich die Belastung des Herzens, entstandene Ödeme gehen zurück. Sogenannte ACE-Hemmer senken den Blutdruck und entlasten das Herz zusätzlich. Störungen im Elektrolythaushalt sollten auf jeden Fall ausgeglichen werden. Bei bakteriellen Infektionen muss eine Antibiose erfolgen. Leidet das Pferd an anderen Krankheiten, die das Herz belasten oder die Herzerkrankung hervorrufen, müssen diese auf jeden Fall ebenfalls behandelt werden.
Generell sollte aber jedes herzkranke Pferd in regelmäßigen Abständen dem Tierarzt vorgestellt werden.
Was kann man einem herzkranken Pferd abverlangen? Diese Frage ist durchaus berechtigt und von Fall zu Fall unterschiedlich zu beantworten. Herzkranke Sportpferde müssen unbedingt kürzertreten. Abhängig von der Schwere der Symptome und dem Fortschritt der Herzerkrankung entscheidet sich der Einsatz als Freizeitpferd oder der Übergang zum Koppel-Rentner.
Um das Herz zu unterstützen bzw. eine Erkrankung zu vermeiden, können Sie im Alltag bereits einiges beachten:
1. Jede Krankheit und jede Entzündung sollte immer vollständig abklingen, bevor das Training wieder aufgenommen wird.
2. Jede Trainingseinheit sollte mit einer ausreichend langen Aufwärmphase beginnen und mit adäquatem Schrittreiten enden.
3. Langfristige Überlastungen sollten vermieden werden, da diese sowohl den Herzmuskel als auch die Herzklappen dauerhaft schädigen können.
4. Übergewichtige Pferde sind anfälliger für Herzprobleme als schlanke, durchtrainierte.
5. Gerade bei Pferden, die regelmäßig trainiert werden oder wurden, ist es sinnvoll, das Herz über das Futter zu unterstützen.
