
Krankhafte Veränderungen an Sehnen und Gelenken verlaufen beim Pferd – ebenso wie bei uns Menschen – sehr schmerzhaft. Das Pferd lahmt. Was nun? Woran erkennt man überhaupt, ob das Problem an einer Sehne oder an einem Gelenk sitzt? Und wie kann dem lahmenden Pferd geholfen werden? Kann man derartigen Schäden vielleicht sogar vorbeugen? Dazu haben wir mal wieder unsere Experten befragt:
Zur Taktunregelmäßigkeit zeigen die lahmenden Pferde oft weitere, sehr unterschiedliche Symptome, die möglicherweise auf die Ursache der Schmerzen hindeuten können. Sehnenschäden können Sie z.B. häufig an einer Schwellung lokalisieren. Der betroffene Bereich ist zudem meist warm oder auch heiß und die Hauptmittelfußarterie pulsiert hier verstärkt. Im glimpflichen Fall handelt es sich nur um eine Überdehnung. Nach ein paar Tagen Ruhe und ausgiebigem Kühlen ist das Pferd meist schon wieder fit. Doch eine Sehne kann auch schnell gezerrt, gerissen oder noch stärker geschädigt sein – dabei steht Ihnen Ihr Tierarzt gerne mit professionellem Rat zur Seite. Denn in solchen Fällen sieht der individuelle „Therapieplan“ weitaus umfangreicher und langwieriger aus.
Gelenkprobleme können beispielsweise durch Arthrosen hervorgerufen werden. Es handelt sich dabei um irreparable Verschleißerscheinungen. In vielen Fällen lassen Einschränkungen wie ein steiferer Gang, das typische „Einlaufen“ beim Bewegen, Taktunreinheiten in engen Wendungen oder vergrößerte Gelenke auf Arthrosen schließen. Mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten kann die Lebensqualität des Pferdes deutlich verbessert und das Fortschreiten der Arthrose eingeschränkt werden. Dazu empfehlen sich immer wieder nötige Ruhe und eine gezielte Physiotherapie.
Auch die sogenannten Chips sind „Übeltäter“, die die Gelenke negativ beeinflussen können. Sie gehören zum Erkrankungsbild der sogenannten OCD (Osteochondrosis dissecans), einer Wachstumsstörung der Gelenke von Jungpferden. Plötzlich auftretende Gallen, mangelnder Arbeitswille oder unregelmäßig auftretende Lahmheiten sind mögliche Symptome. Lahmt das Pferd ganz plötzlich hochgradig, ist es möglich, dass ein Chip zwischen zwei Gelenksflächen gerutscht ist. Je nach Lage und / oder Grad der Gelenksreizung muss nicht jeder Chip unbedingt operativ entfernt werden.
In vielen Fällen können Sehnen- und Gelenksschäden bereits mit korrektem Reiten vermieden werden. Besonders unglücklich sind die sogenannten Kaltstarts. Denn bereits in der Schrittphase können sich beispielsweise die Knorpel ausreichend mit Gelenksflüssigkeit vollsaugen, so dass die Gelenke reibungslos funktionieren. Ein durch und durch gut gearbeitetes Pferd kann darüber hinaus mit Muskelkraft und intakten Sehnen die Gelenke entlasten. Der richtige Beschlag sorgt ebenfalls für die optimale Belastung von Sehnen und Gelenken.
Auf unserer Homepage finden Sie viele weitere Informationen zu Sehnen- und Gelenksproblemen und auch Fütterungstipps – sowohl vorbeugend als auch während der Abheilung eines Sehnen- oder Gelenksschadens.
