EMS, Equines Metabolisches Syndrom, Stoffwechselkrankheit Pferd

EMS – eine Wohlstandskrankheit bei Pferden.

Der Begriff der „Wohlstandskrankheit“ fällt mittlerweile nicht mehr nur im Bereich der menschlichen Gesundheit. Auch Tiere leiden unter derartigen Problemen. Bei Pferden tritt das Equine Metabolische Syndrom, kurz EMS, inzwischen erschreckend häufig auf. Besonders oft sind leichtfuttrige Rassen davon betroffen. Diese Kombination aus zu nahrhaftem Futter und zu wenig Bewegung führt zunächst zu Übergewicht und im zweiten Schritt leider sehr häufig zu EMS. Doch warum?

Der Körper unserer Pferde verfügt über den Automatismus, bei einem hohen Futterangebot Fettdepots für die berühmten schlechten Zeiten anzulegen – die in einem normal verlaufenden Pferdeleben aber eher selten kommen. Die Folgen:

  1. Die Fettdepots werden nicht aufgebraucht, die Pferde verfetten.
  2. Das überschüssige Fettgewebe bildet entzündungsfördernde Faktoren und Hormone.
  3. Diese Stoffe beeinflussen das Hungergefühl, den Glukose- und Fettstoffwechsel, den Blutdruck und die Immunfunktion.

Heißhunger, weniger Ausdauer, Abgeschlagenheit, vermehrtes Saufen und Urinieren, Neigung zu Infekten und Hufrehe sowie Fruchtbarkeitsstörungen sind deutliche Anzeichen für das Equine Metabolische Syndrom. Bei der endgültigen Diagnostik sollte in jedem Falle der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Er weiß auch, wie es für das Pferd dann am besten weitergehen soll. Diät und Bewegung werden ab sofort auf der Tagesordnung stehen müssen.

EMS – Was nun? Von einer radikalen Null-Diät sollte man dabei aber absehen, da hierbei die Gefahr einer Hyperlipidämie (Blutverfettung) besteht. Was man aber in jedem Fall drastisch mindern sollte, sind die Rationen an energiereichen Futtermitteln in größeren Mengen und auch auf Weidegras sollte nun verzichtet werden. Geschickt: Sehr gut beschäftigt sind die Pferde mit voluminösen aber energiearmen Rationen bestehend beispielsweise aus älterem, energiearmem Heu (1,2-1,5 kg pro 100 kg LG). Ein bedarfsgerechtes Mineralfutter sowie die Zufuhr von hochwertigem Protein sind essentiell für die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren. Achtung in Offenställen: EMS-Pferde sollten zwar viel Bewegungsmöglichkeiten haben. Zugang zu falschem Futter muss aber dringend vermieden werden. Liegen bei der Diagnose noch keine organischen Schäden vor, kann sich der Gesundheitszustand des Pferdes wieder bessern. Auch die Insulinresistenz kann rückgängig gemacht werden. Doch leider wird die Diagnose häufig erst dann gestellt, wenn das Pferd wiederholt leichte Reheschübe hat.

Auch auf unserer Homepage finden Sie viele nützliche Informationen zu Pferden, die unter dem Equinen Metabolischen Syndrom leiden. Bei Fragen dazu sind unsere Experten aber auch gerne unter info@masterhorse.de oder an der kostenlosen Hotline 0800 – 329 62 78 für sie da.