Kolik ist nicht gleich Kolik, heute wollen wir auf die Gaskolik eingehen. Im Mediziner-Latein nennt sich der Blähbauch „Meteorismus“. Tierärzte unterscheiden zwischen einem primären und sekundären Meteorismus. Die primäre Form tritt häufig im Frühjahr auf, wenn die Pferde zu viel eiweißreiches und rohfaserarmes Gras oder Klee fressen. Aber auch Obst oder Brot können zu der Aufgasung führen. Unzureichend verdautes Futter gelangt in den Blinddarm, dort kommt es zu einer vermehrten Gasbildung. Die kann auf den Blinddarm beschränkt sein, häufig sind aber auch der gesamte Dickdarm und auch der Dünndarm aufgegast. Der sekundäre Meteorismus entsteht bei einer Darmverschlingung oder Verstopfung. Der Futterbrei wird nicht weitertransportiert und fängt vor dem Engpass an zu gären.
Der aufgeblähte Darm kann auf das Zwerchfell drücken und zu Atemnot führen. Die Überdehnung der Darmwand stört die Darmbewegungen, im schlimmsten Fall kommt es zu einem Darmverschluss. Die Schmerzen bei einer Gaskolik gehen von gering (leichte Blinddarmaufgasung) bis sehr stark (Darmverschluss).

Gaskoliken können große Schmerzen verursachen.
Eine Gaskolik ist ein Fall für den Tierarzt! Was anfangs nach einer leichten Kolik aussieht, kann sich schnell verschlimmern. Bis medizinische Hilfe kommt, schafft leichte Bewegung dem Pferd Erleichterung, allerdings muss man den Kreislauf immer im Auge behalten. Ziel der Behandlung ist es, das Gas aus dem Darm zu entfernen und die Darmmotorik anzuregen. Dies kann mittels Medikamenten, Punktieren oder einer Nasenschlundsonde erfolgen. In schweren Fällen muss das Pferd in die Klinik und operiert werden.
Beste Vorbeugung eines primären Meteorismus ist eine langsame Futterumstellung. Im Winter kommt es oft zu Gaskoliken infolge einer Verstopfung. Diese wird häufig durch zu wenig Bewegung und zu wenig Flüssigkeit ausgelöst. Ausreichend Bewegung, auch an ungemütlichen Tagen, viel Wasser (ggf. einen Eimer oder Bottich mit Wasser in die Box stellen) und zwei- bis dreimal die Woche Mash mit darmpflegenden Inhaltsstoffen (Weizenkleie, Leinsamen, Apfeltrester o.ä.) helfen, die Verdauung in Schwung zu halten.
Gaskolik ist nur eine mögliche Form der Kolik. Wenn Sie mehr über die verschiedenen Verlaufsformen erfahren möchten, dann wäre der hier verlinkte Expertentipp etwas für Sie.
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