
Luzerne hat sich z.B. in der Fütterung von Sportpferden bewährt.
Luzerne in der Pferdefütterung – ja oder nein? Diese Frage spaltet aktuell die Pferdebesitzer. In den vergangenen Jahren wurde Alfalfa, wie Luzerne auch genannt wird, gerne verfüttert. Heut steht zur Diskussion, ob sie nicht doch Magenprobleme begünstigt. Bisher war die Luzerne Bestandteil in der Fütterung für Sportpferde, für Zuchtpferde und für Jungpferde. Auch bei getreidefreier Fütterung stellt sie eine gute Alternative dar.
Vorteile von Luzerne in der Pferdefütterung
Luzerne gilt als besonders wertvolle Nährstoffquelle aufgrund ihrer zahlreichen, für das Pferd wichtigen Inhaltsstoffe:
– qualitativ hochwertiges Eiweiß
– Proteine (aneinandergereihte Aminosäuren)
– hoher Calcium-Anteil
– hoher Magnesium-Anteil
Magnesium, Eiweiß und Calcium verfügen in Kombination über die Eigenschaft, Magenschleimhautveränderungen entgegenwirken zu können. Daher hat sich die Fütterung von Luzerne als „Säurepuffer“ sehr bewährt bei Pferden, die an Magenproblemen leiden. Sie regt die Speichelproduktion und damit die Verdauungsvorgänge an, gleichzeitig puffert sie den pH-Wert der Magensäure ab. Ein weiterer Vorteil der Luzerne ist, dass sie im Vergleich zu Getreide viel weniger Zucker und Stärke enthält.
Aktuell befassen sich zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten mit der Frage, ob Luzerne dem Magen nicht vielleicht doch schaden kann. Eine Studienarbeit der Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig* beispielsweise beschäftigte sich mit der Fütterung von 70 Warmblutfohlen ab einem Alter von 150 Tagen. Über einen Zeitraum von 14 Tagen wurden sie in drei Fütterungsgruppen eingeteilt. Eine Gruppe wurde ohne Luzerne gefüttert, die zweite Gruppe mit Luzerne-Pellets und die dritte Gruppe mit Luzerne-Häcksel. Ergebnis der Studie war, dass es bei den Jungpferden, die Luzernehäcksel zu sich nahmen, zu schwerwiegenden Verletzungen an der Schleimhaut am Magenausgang kam. In anderen Magenregionen waren bei allen drei Gruppen allerdings gleiche Ergebnisse festgestellt worden. Die Forscher gehen aktuell davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit für Läsionen am Magenausgang höher ist, wenn die gefütterte Luzerne zu scharfkantigen Häckseln verarbeitet wird. Sie raten daher zu einer Fütterung von Heu (Gras) und pelletierter Luzerne in Kombination. Eingeweichte Cobs gelten – in der empfohlenen Dosierung gefüttert – ebenfalls als unbedenklich.
In unserem aktuellen Expertentipp gibt es noch viele weitere Informationen rund um die Luzerne. Bei Fragen zur Fütterung stehen wir Ihnen unter der kostenlosen Hotline 0800 / 627 83 74 und via Email an info@masterhorse.de selbstverständlich gerne zur Verfügung.
*Effects of two alfalfa pre-parations with different particle sizes on the gastric mucosa in weanlings: alfalfa chaff versus alfalfa pellets, Sarah Vondran, Monica Venner, Ingrid Vervuert, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, 2016
