Heute folgt der zweite Teil unserer Serie zur Verdauung. Wie geht es mit dem Futter im Magen weiter? Und was für eine Aufgabe hat der Dünndarm? All diese Fragen beantworten Ihnen unsere Experten.

Die Verdauung des Pferdes gliedert sich in mehrere Teilabschnitte auf.
Der Magen des Pferdes
Setzen wir den Magen des Pferdes mit dessen Körpergröße in Relation, so ist er mit 15-20 Litern Fassungsvermögen im Verhältnis doch eher klein. Dennoch gliedert er sich in mehrere Teilbereiche auf.
Die Futterkomponenten werden in Schichten in den Magen eingelagert, welche sich nach und nach durch unterschiedliche Abschnitte bewegen. Sie durchlaufen den drüsenlosen (den Blindksack) und den drüsenhaltigen Bereich (Kardia = Mageneingang, Fundus = Magenblase und Pylorus = Magenpförtner). In der ersten Schicht finden sich noch grob zerkleinerte Futtermittel vor. Je weiter diese in die drüsenhaltigen Zonen des Magens vordringen, desto mehr verflüssigt sich das Futter, bis es am Magenende nur noch aus wässrigem Brei besteht.
Was kann der Magen nun verwerten? Schauen wir uns die einzelnen Schichten des Magens an, so findet in der ersten Etappe die mikrobielle Verdauung und enzymatische Aufspaltung von Zucker und Stärke statt. Sie sind leicht zugängliche Kohlenhydrate. Im Blindsack kommt es teilweise auch zur Aufspaltung von Eiweiß. Die Zersetzung durch die Magensäure findet erst in der Funduszone statt. Diese leitet die Eiweißspaltung und die Abtötung von Keimen ein. Dazu durchmischt die Magenmotorik die Komponenten und transportiert diese vom Magen bis zum Dünndarm weiter.
Unterschiede der Verdauung von Heu und Kraftfutter
Heu und Krippenfutter unterscheiden sich bei der Verweildauer im Magen. Da das Heu bereits gut eingespeichelt wurde, kann es schneller mit Magensäure durchdrungen werden. Der Transport in den Dünndarm gelingt somit schneller. Bei großen Mengen an Krippenfutter kann es zu einer Magenüberladung bis hin zur Wandüberdehnung kommen. Da es in so einem Fall zu einer unzureichenden Vermischung der Magensekrete führt, ist zudem die keimabtötende Wirkung eingeschränkt. Auch die Gefahr einer Kolik steigt.
Der Dünndarm – verantwortlich für die Stärkeverdauung
Der rund 20 Meter lange Dünndarm gliedert sich in Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm. Seine Hauptaufgabe besteht aus der Verwertung der leicht verdaulichen Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße.
Da Pferde keine Gallenblase haben, produziert die Leber Gallenflüssigkeit, die sie in den Dünndarm einleitet. Diese Flüssigkeit neutralisiert den sauren Mageninhalt und unterstützt die Fettverdauung.
Die Stärkeverdauung findet ebenfalls im Dünndarm statt. Man spricht bei der Stärke auch von „Dünndarm-verdaulichem Rohprotein“. Vor allem der Hafer weist hier Spitzenwerte auf: Mit 80 Prozent Stärke bietet er somit die am besten aufschließbare Energiequelle. Stärke, die nicht im Dünndarm abgebaut werden kann, fließt in den Dickdarm ein. Fehlgärungen sind die Folgen davon.
Im letzten Teil der Verdauungsserie erklären wir die Aufgaben und Funktionen des Dickdarms bis hin zum Ausscheiden von den Pferdeäpfeln.
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Ihr MASTERHORSE-Team wünscht viel Spaß beim Weiterlesen!


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